Nachfolgend finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Begriffe der Hochvermögenden- und Family Office-Szene. Bitte beachten Sie, dass die meisten Begriffe nicht rechtlich geschützt oder definiert sind, wie "Family Office", und keine juristische, steuerliche, wissenschaftliche oder belehrende Formulierung vorgegeben werden soll, noch andere Definitionen und Formulierungen in Frage gestellt werden.

Diese Begriffserklärungen sind aus einer literarischen Synopse, sowie eigenen Know-How und Erfahrung entstanden und sollen lediglich zu einem besseren Verständnis beitragen.

Begriffe:

Was ist ein UHNWI?

UHNWIs (oder Ultra-High-Net-Worth-Individual) sind Einzelpersonen mit einem Anlagevermögen von mindestens 30 Mio. US-Dollar (ca. € 25 Mio.), ohne Berücksichtigung des persönlichen Vermögens und Eigentums wie Wohnsitz/e, Sammlerstücke und Gebrauchsgüter.UHNWIs sind die reichsten Menschen der Welt und besitzen einen überproportionalen Anteil des weltweiten Vermögens. Das Nettovermögen wird ab einem bestimmten Wert in Bezug auf die liquiden Mittel angegeben, aber der genaue Betrag variiert je nach Finanzinstitut und Region. Verfügt eine Person über weniger als 30 Mio. US-Dollar, aber mehr als 5 Mio. (auch hier variieren die Werte je nach Region und Institut), wird sie als VHNWI (very-high net-worth individual) klassifiziert. Einfache Millionäre werden als HNWI (high net-worth individual) bezeichnet.

Was ist ein Family Office (FO)?

Der Begriff Family Office bezeichnet eine Gesellschaft, deren Zweck die Verwaltung bzw. die Vermehrung des privaten Großvermögens einer Eigentümerfamilie (z.B. Unternehmerfamilie, Industriellenfamilie aber auch Einzelpersonen aus z.B. der Finanz- oder Start-up Branche) und deren Interessenvertretung ist.

Der Vorteil gegenüber der klassischen Vermögensverwaltung ist der, dass die Anlegerfamilie die Kontrolle über die Investitionen behält, da die Anteile ausschließlich bei ihr liegen. Unter bestimmten Umständen kann Kostenersparnis einen weiteren Vorteil darstellen, denn es fällt keine Verwaltungsgebühr an, nur Personal- und Fremdkosten. Unternehmerfamilien können mithilfe des Family Offices die liquiden Mittel als Familie bündeln und die Identität und Autonomie der Familie bewahren, sowie unabhängige Entscheidungen treffen. Typischerweise sind Family Offices in den Bereichen Immobilien, Anleihen oder unternehmerische Direktinvestitionen (Private Equity / Family Equity), beispielsweise in Start-Ups, aber auch in der Steuer-, Rechts- und Anlageberatung tätig.

Was ist ein Single Family Office (SFO)?

Ein SFO ist die Reinform des Family Offices. Insbesondere, wenn das ursprüngliche Familienunternehmen nicht mehr im Besitz der Familie ist, kann ein SFO zum Erhalt des generationsübergreifenden Unternehmertums beitragen und die Identität der Familie erhalten.

Bei unternehmerischen Direktbeteiligungen in etablierten Unternehmen erscheint besonders ein Fokus auf wenige, ausgewählte Industrien sowie ein guter Zugang zu qualifiziertem Deal Flow erfolgsentscheidend. Ein SFO ist eine rechtlich eigenständige Einheit, die nur einer Eigentümerfamilie zuzuordnen ist und deren Interessen gegenüber verpflichtet ist, die entweder selbst Vermögensträgerin ist oder zumindest verwaltend und beratend für eine Eigentümerfamilie agiert. Eine Eigentümerfamilie ist dabei ein weiter gefasster Begriff, häufig werden mehrere Familienstämme in dem SFO gebündelt und betreut, auch der ursprüngliche Name der Eigentümerfamilie(n) kann über die Jahre und Generationen abweichen. Je nach Lehre und Meinung macht ein SFO erst ab einem Privatvermögen von € 150 - € 500 Mio. vor allem aus Kostengründen Sinn.

Was ist ein Multi Family Office (MFO)?

Klar abgegrenzt ist ein SFO von einem sogenannten Multi Family Office (MFO), da dieses die Interessen von mehreren wohlhabenden Familien vertritt und entweder von den Familien gemeinsam, von einer Bank (BFO) oder von einem anderen externen Dienstleister geführt wird.

Ist Letzteres der Fall, sind die Familien nicht zwangsläufig an der Multi Family Office Struktur beteiligt. MFO`s decken entweder die gesamte Betreuungspalette ab, von der liquiden Vermögensverwaltung (wie Aktien),  über die Direktanlagen (wie Immobilien) bis hin zur Nachfolgeplanung (wie z.B. ein Unternehmensverkauf) ab. Häufig sind aber auch diese auf einzelne Bereich spezialisiert. Vor allem Vermögen zwischen € 10 - € 150 Mio. werden von diesen betreut.

Was ist ein Specialized Family Office?

Aufgrund der unterschiedlichen Vermögensklassen, der Expertise und den verschiedenen Zielführungen von Family Offices ist es oft sinnvoll, spezielles Know-How von Fachexperten ausführen zu lassen.

So haben sich über die Zeit spezialisierte Family Offices gebildet, die sich vornehmlich auf die Betreuung von UHNWI konzentrieren, sich aber nur einem Expertenfeld verschrieben haben und dort über meist sehr besondere Netzwerke, Erfahrung und Expertise verfügen. Beispiele hierfür sind in den Bereichen Immobilien, Private Equity oder auch in der Kunst zu finden.

Was ist ein Virtual Family Office (VFO)?

VFOs zeichnen sich vor allem durch einen geringen institutionellen Charakter (mit hoher direkter Bindung an die natürliche Person bzw. eine Personengesellschaft aus Vermögensträgern), ein hohes Maß an Outsourcing und einen hohen Digitalisierungsgrad aus.

Zu beobachten sind virtuelle SFOs meist im Kontext kleinerer Vermögensgrößen, bis ca. 30 Mio. EUR, und im Kontext der Vermögensnachfolge der sog. NextGens, die eine kostengünstige, flexible und digitalisierte Vermögensverwaltung bevorzugen. Die niedrigen Formerfordernisse resultieren im höchsten Maß in unternehmerischer Flexibilität. Das virtuelle SFO verlangt permanente Aufmerksamkeit und Einsatz des Vermögensinhabers, da keine redundanten Strukturen vorgesehen sind. Neben aller Effizienz hat das virtuelle SFO allerdings auch Nachteile, da es meist an Haftungsabgrenzung, einem umfassenden Vermögensreporting und Expertise in gewissen Assetklassen fehlt. Auch Governance spielt eine sekundäre Rolle. Folglich sind virtuelle SFOs oft bei kleineren Vermögensgrößen zu beobachten, die aufgrund von Ressourcenrestriktionen eine kosteneffiziente Struktur wählen und sich folglich auf einige wenige Assetklassen fokussieren, wie z.B. Immobilien oder Start-up Investments.

Was ist ein Embedded Family Office (EFO)?

Ein EFO stellt die erste Entwicklungsstufe eines Family Offices dar, welches oft als interne Vermögensverwaltung innerhalb der Organisationsstruktur des ursprünglichen Familienunternehmens angesiedelt und mit dem Familienunternehmen gesellschaftsrechtlich und funktional verbunden ist.

Das EFO wird häufig vom aktiven Finanzvorstand, Geschäftsführer oder vom Prokuristen im aktiven Unternehmen geleitet, dem die Eigentümerfamilie bzw. der Prinzipal (Vermögensinhaber) das private Vermögen anvertraut. Oft kommt die Verwaltung der Konzernliegenschaften und des privaten Immobilienbestands der Familie hinzu. Im Unternehmen ist das EFO also als separate Abteilung angesiedelt, die rechtlich eine Einheit mit dem eigentlichen Unternehmen darstellt. Ein klarer Vorteil dieser Organisationsform liegt in der Finanzkraft des Familienunternehmens, das aus eigener Kraft Wachstumsfinanzierungen oder Zukäufe aus dem Konzern heraus tätigen kann. Der Nachteil liegt z.B. in Interessenskonflikten mit dem externen Manager auf Ebene des aktiv gemanagten Unternehmens und des seperaten Privatvermögens, als auch im Grad der Institutionalisierung und Unabhängigkeit.

Was ist ein Bank Family Office (BFO)?

Ist ein Family Office direkt bei einer Privatbank angesiedelt und werden zentrale Bereiche der privaten Vermögensverwaltung der Inhaberfamilie von dort aus vorgenommen, spricht man von einem Bank Family Office. In der Vergangenheit war dies weit verbreitet, während man es heutzutage nur noch selten findet. 

Was ist ein Private Office / Private Family Office?

Das Private Family Office ist eine Form des Family Offices, welches von dem Vermögensinhaber selber oder dessen Familienmitgliedern geleitet wird. Da hier Entscheidungen innerhalb der Familie getroffen werden, sind Expertise und ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft erforderlich.

Dadurch unterscheidet sich das Private Office vom externen Family Office, welches professionell durch Dritte geleitet wird, die dem Vermögensinhaber beratend und verwaltend zur Seite stehen.

Was ist eine Stiftung?

Eine Stiftung (oder auch im englischen Foundation oder Trust, rechtlich aber klar abzugrenzen) ist eine Einrichtung, die mit Hilfe des Vermögens eines Stifters einen festgelegten Zweck verfolgt. Das Vermögen wird hierbei in der Regel auf Dauer erhalten und die Destinatäre können nur in den Genuss der Erträge kommen. Das Stiftungsvermögen hat sich dabei rechtlich verselbstständigt und gehört nur sich selbst.

Die meisten Stiftungen werden in privatrechtlicher Form errichtet und dienen gemeinnützigen Zwecken - in Deutschland sind das rund 95 % aller Stiftungen. Rund zwei Drittel der Stifter in Deutschland sind Privatpersonen, oft betätigen sich aber auch Organisationen als Stifter. Wer eine Stiftung errichtet, trennt sich für immer von seinem Vermögen und die Stiftung legt es sicher und gewinnbringend an, sowie verfolgt immer vornehmlich den festgelegten Zweck. Die so erwirtschafteten Überschüsse werden wieder für den gemeinnützigen Zweck ausgegeben. Das gestiftete Vermögen selbst muss als Grundkapital der Stiftung erhalten bleiben und kann auch selbst eine gesellschaftliche Wirkung entfalten, denn eine Stiftung ist für die Ewigkeit gedacht und kann in der Regel nicht aufgelöst werden. (Ausnahmen sind z.B. Verbrauchsstiftungen oder Stiftungszusammenschlüsse)  Stiftungen variieren in Größe und Zweck, sog. Großstiftungen von UHNWI stellen im Verhältnis zur Masser der Stiftungen eine Seltenheit dar. Gründe für die Gründung einer Stiftung können vielfältig sein, von dem Wunsch der gemeinnützigen Tätigkeit, über den Unternehmens- und Vermögenserhalt, gesellschaftlicher Reputation (z.B. durch prachtvolle Museumsbauten) bis hin zu Kontrollausübung großer Summen zu Lebzeiten.

Was ist eine gemeinnützige Stiftung?

Der Begriff gemeinnützige Stiftung meint im wesentlichen Stiftungen, die im Sinne der Abgabenordnung steuerbegünstigt sind, also gemeinnützige, mildtätige und/oder kirchliche Zwecke verfolgen. Die Bescheinigung als steuerbegünstigt erfolgt durch die Finanzbehörden.

Steuerbegünstigte Stiftungen sind auch berechtigt, Spenden entgegenzunehmen und Zuwendungsbestätigungen auszustellen. Die überwiegende Mehrzahl aller Stiftungen in Deutschland ist steuerbegünstigt, sodass die Begriffe „Stiftung“ und „Gemeinnützigkeit“ zusammenzudenken durchaus seine Berechtigung hat. In Bayern und Baden-Württemberg werden gemeinnützige, d.h. steuerbegünstigte Stiftungen mitunter auch als „öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts“ bezeichnet.

Was ist eine unternehmensverbundene Stiftung?

Eine besondere Form der Stiftung ist die unternehmensverbundene Stiftung (auch in Kombination mit einer Familienstiftung und gemeinnützigen Stiftung möglich, dann sog. Doppelstiftung), wobei es hier zwei Arten zu unterscheiden gibt: die Unternehmensträgerstiftung und die Beteiligungsstiftung.

Die Unternehmensträgerstiftung betreibt selbst ein Unternehmen, die Beteiligungsstiftung hält Beteiligungen an Personen- oder Kapitalgesellschaften (z.B. KG oder AG). Unternehmensverbundene Stiftungen dürfen nicht ausschließlich zur Erhaltung und Verwaltung des Stiftungsvermögens betrieben werden, sie müssen darüberhinausgehende äußere Zwecke verfolgen. Der Stiftungszweck muss genau festgelegt und das Kapital diesem angepasst sein. Zur Vermeidung von Interessenkollisionen müssen die Stiftungsorgane und die Unternehmensleitung getrennt sein und die Prüfung des Unternehmens durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgen. Unternehmensverbundene Stiftungen werden gelegentlich auch zur Regelung der Unternehmensnachfolge eingesetzt.

Was ist eine Familienstiftung?

Die Familienstiftung ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Anwendungsform der rechtsfähigen Stiftung. Sie dient ihrem Stiftungszweck nach ausschließlich oder überwiegend dem Interesse einer oder mehrerer Familien. Anders als bei der Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung ist die Übertragung von Vermögen auf eine nicht gemeinnützige Stiftung zu Lebzeiten oder von Todes wegen dagegen in vollem Umfang erbschafts- und schenkungssteuerpflichtig. Sind bei einer Familienstiftung nur die nächsten Angehörigen des Stifters begünstigt, lassen sich günstigere Steuersätze in Anspruch nehmen.

Was ist eine Österreichische Privatstiftung?

Als wesentlicher Unterschied zu anderen europäischen Stiftungsrechten kann eine österreichische Privatstiftung einen rein privatrechtlichen Zweck aufweisen. Stiftungen dienen im Wesentlichen der Verwaltung des gestifteten Stammvermögens. Sie dürfen, im Unterschied zur Stiftung bürgerlichen Rechts nach deutschem Recht, keine gewerbsmäßige Tätigkeit betreiben.

Privatstiftungen können gemeinnützig sein, müssen es aber nicht. Überwiegend werden sie zu privatnützigen Zwecken errichtet. Mischformen nennt man doppelnützig.

Was ist ein Trust? Was ist Endowment?

Ein Trust ist im juristischen Sinn eine von einer Person unter Lebenden oder für den Todesfall geschaffene Rechtsbeziehung, wenn Vermögen zugunsten eines Begünstigten oder für einen bestimmten Zweck abgesondert und der gebundenen Verwaltung eines Trustees unterstellt worden ist.

Das Vermögen des Trusts stellt ein getrenntes Sondervermögen dar und ist nicht Bestandteil des persönlichen Vermögens des Trustees; Die Rechte in Bezug auf das Vermögen des Trusts lauten auf den Namen des Trustees oder auf den einer anderen Person in Vertretung des Trustees. Der Trust ist ein rechtlich selbständigtes Vermögen ohne jedoch Rechtspersönlichkeit zu erlangen (anders als bei der Stiftung). Trusts sind hauptsächlich im Anglo-Amerikanischen Recht zu finden und strikt von z.B. dem deutschen Stiftungsrecht zu trennen. Das Trustrecht regelt die Rechte und Pflichten der im Trust handelnden Personen. Die Definition, was ein Trust darstellt, ist naturgemäß schwierig. Der Trust ist, wie er von Gerichten des Billigkeitsrechts in den Ländern des Common Law entwickelt und mit einigen Änderungen in andere Länder übernommen wurde, ein einzigartiges Rechtsinstitut.

Was ist ein Prinzipal? Was ist ein Vermögensinhaber?

In diesem Zusammenhang ist mit den Begriffen Prinzipal oder Vermögensinhaber die Person gemeint, die das zu verwaltende Vermögen besitzt und demnach darüber bestimmen kann, wenngleich sie es auch an Dritte weitergibt. 

Was bedeuted NextGen?

NextGen bedeutet ‚next generation‘ oder ‚nächste Generation‘ (Nachkommen). Bezogen auf den Bereich der Wirtschaft und Familienunternehmen, bezeichnet NextGen die nächste Generation von Familienmitgliedern, die das Unternehmen übernehmen werden und dabei häufig innovative Ideen umsetzen.

Next Gens stehen stets im Spannungsfeld der Familiennachfolge, haben doch Eltern, Großeltern oder noch ältere Generationen das Unternehmen aufgebaut, zu Vermögen und teils Weltruhm gebracht und die NextGen bekommt nun den Staffelstab überreicht, um das Vermögen und die Firma in die nächste Familiengeneration nahezu "treuhänderisch" zu überführen. Zahlreiche NextGens gehen jedoch andere wirtschaftliche und berufliche Wege und treten nicht in die Firma der Eltern ein.

Was ist ein Family Officer?

Der Family Officer ist die Person, der innerhalb des Family Offices die Verantwortung über das Vermögen gegeben wird. Er berichtet direkt an den/die Vermögensinhaber bzw. den Prinzipal und stellt sicher, dass deren Interessen gewahrt werden. Zudem ist er für die Einbindung und Kommunikation mit den Familienmitgliedern im Sinne der FO-Vision verantwortlich und muss sich in allen Aspekten des Family Offices engagieren.

Der Family Officer kann sowohl ein eigenes Familienmitglied (häufig Nachkommen), als auch ein externer Experte oder Vertrauter aus dem operativen Unternehmen sein.

Was ist bei der Familienführung zu beachten?

Der Begriff Familienführung oder Family Governance bezieht sich auf die Strukturen und Prozesse, mit denen sich Familien organisieren und ihre Beziehung zu ihrem Unternehmen steuern. Wenn gut konzipiert (und richtig umgesetzt), kann die Familienführung dazu beitragen, Kompetenzen festzulegen, Klarheit zu schaffen und zu mehr Harmonie zwischen den Familienmitgliedern, einem fokussierten Unternehmen und einfacheren Übergängen zwischen den Generationen zu führen.

Um wirksam zu sein, muss die Familienführung jedoch die besondere Kultur, Dynamik und Ziele der betreffenden Familie widerspiegeln. Die Schwierigkeiten, die bei der Kombination von Familie und Unternehmen auftreten, können so komplex sein, dass es nicht verwunderlich ist, dass erfolgreiche Familien auf der ganzen Welt viel Energie und Engagement darauf verwenden, ihre Familienführung richtig zu gestalten.

Was ist Family Equity?

Family Equity ist eine Art der Private Equity-Finanzierung. Nach dem Verkauf (dem sog. Cash Event) des operativen Geschäfts einer Unternehmerfamilie, fehlt häufig das zusammenhaltende familiäre Element. Durch die Gründung eines eigenen Family Offices und daraus resultierender unternehmerischer Investitionsstrategie, wird sich -ähnlich zu Private Equity Firmen- über nicht börsennotiertes Eigenkapital an Firmen beteiligt. Im Vergleich zum klassischen Private Equity Investor, der durch die Ressourcen Kapital, Know-How, Netzwerk und Timing versucht einen überproportionalen Gewinn zu erzeugen, der immer in einem Exit (Verkauf der vorher erworbenen Anteile) resultiert, investiert das Family Equity häufig langfristig und ohne klare Exit Strategie. Dabei bringt es häufig spezielles unternehmerisches Know-how mit ein, meist aus dem Bereich (z.B. Healthcare oder Maschinenbau), in dem das Familienunternehmen tätig war/ist.  

Was ist ein Familienunternehmen?

Ein Familienunternehmen oder Familienbetrieb ist ein Unternehmen, das maßgeblich von einer Familie oder einem in der Anzahl beschränkten Eigentümerkreis mit verwandtschaftlichen Beziehungen beeinflusst wird, also durch ihre Eigentums- und Leitungsstrukturen charakterisiert werden kann.

Die Unternehmensgröße spielt dabei keine Rolle. In der Praxis sind viele kleine und mittlere Unternehmen als Familienunternehmen organisiert. Ein Unternehmen ist ein Familienbetrieb, wenn der/die Gründer oder Aktieninhaber bzw. deren Nachkommen im Besitz der Mehrheit der Entscheidungsrechte ist/sind oder wenn ein Familienmitglied formal an der Unternehmensleitung beteiligt ist. Bei börsennotierten Unternehmen müssen 25 % der Stimmrechte bei der Familie liegen. Gemäß einer Definition des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) sind Familienunternehmen durch die Einheit von Eigentum und Leitung geprägt. Kapitalmäßig oder kontrollrechtlich maßgebliche Eigentümer leiten ihr Unternehmen selbst oder gemeinsam mit Fremdmanagern.

Was ist ein Hidden Champion?

Als 'heimliche Gewinner' oder 'Unbekannte' bzw. 'Hidden Champions' werden meist relativ unbekannte größere Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 Mio. und 3 Mrd. Euro oder mit mehr als 500 Mitarbeitern bezeichnet, die in ihrer Branche Marktführer oder die Nummer 1 auf ihrem Heimatkontinent sind.

In der Öffentlichkeit sind sie kaum bekannt, da sie meist inhabergeführt, nicht börsennotiert sind und/oder einen Nischenmarkt bedienen. Wenn es um kleinere Geschäftszweige geht, können auch Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern und wenig Umsatz Hidden Champions sein. Die unbekannten Weltmarktführer werden als kleine und mittelständischen Unternehmen mit oft unauffälligen Produkten beschrieben, mit denen sie jedoch auf dem Weltmarkt eine führende Rolle spielen. Überwiegend, aber nicht nur als Familienunternehmen geführt, erbringen sie einen wichtigen Beitrag zur Leistungsbilanz ihres Landes, haben einen hohen Exportanteil und erweisen sich als überdurchschnittlich erfolgreich. Auch Tochtergesellschaften oder relativ eigenständig operierende Einheiten von Konzernen können Hidden Champions sein.

Was ist ein Unicorn?

Unternehmen (meist Start-ups, die mit Venture Capital (VCs) finanziert wurden), die vor dem Börsengang oder Exit eine Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar haben, werden Unicorn genannt. Durch Risikokapital kann ein Unternehmen schnell eine hohe Bewertung erhalten, da dieses in die Markt- bzw. Firmenbewertung einfließt.

Die Firmenbewertung wird aus aktuellem und prognostiziertem Umsatzzahlen und dem Wachstum, sowie künftigem Wachstum und der künftigen Umsatzentwicklung errechnet. Nachdem ein Börsengang (IPO) oder Exit absolviert wurde, verliert das Unternehmen den Status Unicorn. Der Begriff wurde gewählt, da dieser Status verhältnismäßig selten vorkommt.

Was ist altes Geld?

Altes Geld gehört in der Regel Menschen, die Teil einer alteingesessenen, bürgerlichen Familie sind und deren Vermögen über Generationen vererbt wurde (häufig Industriellen- oder Adelsfamilien, Familienunternehmen in x-ter Generation). Altes Geld kann z.B. in Form von Vermögen, Trusts oder Stiftungen vorliegen. Bei fehlendem finanziellen Verständnis der Nachkommen kann ein hohes Risiko für Verluste vorliegen. Altes Geld wird tendenziell in große und historisch bedeutsame Objekte, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Antiquitäten, Kunstsammlungen und/oder beispielsweise Oldtimer investiert. Oftmals können diejenigen, die altes Geld haben, reich an Vermögenswerten, aber arm an Bargeld sein, so dass sie seltener neue Besitztümer kaufen. Ein Großteil des verfügbaren Geldes muss möglicherweise für die Instandhaltung der Liegenschaften ausgegeben werden. Altes Geld hat ein geringeres öffentliches Profil als neues Geld und stellt gesellschaftlich den verschwiegensten und häufig unbekanntesten Teil dar.

Was ist neues Geld?

Neues Geld ist -im Gegensatz zu altem Geld- das, was in letzter Zeit verdient wurde, oft von (Start-up-) Unternehmern, Prominenten oder Sportlern. Es wurde nicht vererbt, sondern von der Generation erworben, die es besitzt und die es je nach Einstellung und Persönlichkeit weiter investieren oder vermehren konnte. Neues Geld liegt in der Regel in Form von Vermögen vor und ist noch nicht so stark in beispielsweise Liegenschaften oder Sammlungen von Kunst oder Autos gebunden, wie es bei altem Geld oft der Fall ist. Eine große Anzahl an neuem Geld ist den Schwellenländern (China, Indien, Brasilien, Südkorea, Russland, Mexiko. etc.) zuzuordnen und entsteht dort teilweise täglich in großen Summen. Kommt der Aspekt der Machtkontrolle durch wenige Hochvermögende hinzu,  wie häufig in z.B. Russland beschrieben, spricht man von Oligarchismus.

Was ist ein Entrepreneur?

Ein Entrepreneur im klassischen Sinn ist der Gründer und Inhaber eines Unternehmens. Der Unternehmer übernimmt die größte Verantwortung in seinem Unternehmen und damit auch gleichzeitig die höchsten Risiken.Das bedeutet, dass sich Entrepreneure vor allem durch eine besondere Geisteshaltung und Charakterstärke auszeichnen, die ihnen dabei hilft, außergewöhnlich gut mit Unsicherheit und Risiken umzugehen und ihr Unternehmen beispielsweise durch neue Innovationen und Wagnisse zum Erfolg zu führen.

Das dazugehörige Wort Entrepreneurship beschreibt den gesamten Themenkomplex, der den Bereich der Selbstständigkeit umfasst. Entrepreneurship als Handlungsfeld eines Entrepreneurs gilt inzwischen als erlernbares Denkprinzip, das auch von ‚normalen‘ Managern umgesetzt werden kann. Besondere Anwendung findet der Begriff in der Start-up-Szene, in der es als erstrebenswert gilt als Entrepreneur zu handeln.