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Die größte Yacht der Welt - Projekt REV

 

Am Rennen um die größten und teuersten Yachten in Privatbesitz waren bisher vor allem russische und arabische Milliardäre beteiligt. Die reichen Besitzer lassen meist die schwimmenden Luxusunterkünfte nach ihren exklusiven Wünschen anfertigen und so wundert man sich nicht, dass es dort Hubschrauberlandeplätze, Jacuzzis, Champagnerduschen, Tennisplätze, Saunalandschaften, Konzert- oder Kinosäle gibt.

Seit 2013 wird die Liste der längsten Schiffe von Azaam (180m) vom Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate angeführt, doch im Jahr 2020 tut sich was und die Megayacht wird durch ein norwegisches Projekt der Superlative von ihrem Thron verdrängt. 

 

Hier die bisherige Top 3:

 

#3 Eclipse:

Die 162,5 Meter lange Yacht gehört dem russischen Ölmilliardär Roman Abramowitsch. Auf dem Deck befindet sich ein 16 Meter langer Pool, der zu einer Tanzfläche umgewandelt werden kann, außerdem eine Feuerstelle, sechs Beiboote und die Unterbringungsmöglichkeiten für drei Helikopter

 

#2 Fulk Al Salamah:

Das 164 Meter lange Schiff wurde im Sommer 2016 von der italienischen Werft Mariotti Yachts in Genua fertiggestellt. Der Besitzer ist der Sultan des Oman. Das Schiff hat einen eigenen Konzertsaal, eine Autosammlung im Rumpf und Platz für eine 300köpfige

Crew. (Rennboot, Fulk Al Salamah 180322, CC BY 3.0


#1 Azzam:

Die bisher längste Privatyacht gehört Scheich Chalifa bin Zayed, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate. Das 180 Meter lange Schiff bietet unter anderem sieben Decks, einen Hubschrauberlandeplatz, einen 520qm großen Saal und ein eigenes Raketenabwehrsystem, da man sich vor potentiellen Angreifern fürchtet. (ChrisKarsten, Azzam bei Lürssen, CC BY-SA 3.0)

Doch es tut sich was in der Megayachten-Szene und schon bald wird die Liste von einem exklusiven Neubau mit Namen ‚Projekt REV‘ vom norwegischen Milliardär Kjell Inge Røkke angeführt. Dieser lässt bei der Schiffbaugruppe VARD AS eine Megayacht mit noch nie dagewesenen Dimensionen bauen: das 182.9 m lange Schiff wird bei Fertigstellung (die übrigens in Bremerhaven vonstattengehen wird) den bisherigen Listenanführer Azaam um knapp 2 Meter überholen. Doch das neue 500 Mio USD teure Megaschiff wird keineswegs nur ein reines Freizeitspielzeug sein. Obwohl es von der Familie von Kjell Inge Røkke auch für private Kreuzfahrten genutzt werden wird, ist das REV für weltweite Forschungs- und Expeditionsaktivitäten maßgeschneidert und so wurde der WWF Norwegen bereits eingeladen, das Schiff zu nutzen.

 

Der Eigentümer erklärt: "REV wird eine Plattform für das Sammeln von Wissen sein. Ich möchte Forscher, Umweltgruppen und andere Institutionen an Bord willkommen heißen, die sich neue Fähigkeiten aneignen wollen um innovative Lösungen für die Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit den Meeren zu entwickeln.“

Foto von REV Ocean

An Bord werden moderne ozeanographische Geräte installiert, die es Rosellinis Four-10 (Anmerkung: dies ist das Meeresforschungsunternehmen von Kjell Inge Røkke) ermöglichen, Meeresgebiete, Strömungen, den Meeresboden, Fische und Pflanzen zu untersuchen. Wie es sich für ein solch umweltbewusstes Projekt gehört, wurde das REV so kraftstoffeffizient wie möglich konstruiert, mit einem Rudersystem mit Energierückgewinnung, Motoren mit mittlerer Geschwindigkeit, einem direkt angetriebenen dieselelektrischen Antriebssystem und einem Abgasreinigungssystem.

Zu den weiteren wichtigen Merkmalen an Bord gehören ein multifunktionales Frachtdeck und Stauraum für das autonome Unterwasserfahrzeug sowie Labors und ein Konferenzsaal.

Roy Reite, CEO und Executive Director von VARD Holdings dazu: "Wir sind begeistert als Partner für die Entwicklung und den Bau dieses einzigartigen Schiffes ausgewählt worden zu sein. Dieses Neubauprojekt bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Innovationskraft der norwegischen maritimen Industrie durch die Einbeziehung lokaler Zulieferer zu präsentieren".

 

Mit an Bord ist übrigens wieder der renommierte Yachtdesigner Espen Oeino, der sich bestens mit dem Design von Megaprojekten auskennt, hat er doch beispielsweise an Alisher Usmanovs 140m Megayacht Dilbar, der 155m langen Al Said des Sultans of Oman oder Viktor Rashnikovs 140m langer Ocean Victory mitgewirkt. 

 

Kjell Inge Røkke ist ein norwegischer Geschäftsmann und Philanthrop und einer der reichsten Menschen in seinem Land. Er hat versprochen, einen großen Teil seines eigenen Vermögens für die Verbesserung der Gesundheit der Meere zu spenden. Als Hauptaktionär des Offshore-Fischerei-, Bau- und Maschinenbauunternehmens Aker ASA hat Røkke einen Großteil seines Vermögens aus dem Meer erwirtschaftet und widmet sich der Lösung der Probleme, mit denen die Meere heute konfrontiert sind. Mit dem Budget von 500 Mio. USD werden die Baukosten des größten Forschungs- und Expeditionsschiffes der Welt und die Betriebskosten der ersten drei Jahre finanziert.

 

 

Wir bleiben gespannt und freuen uns auf die ersten Bilder des fertiggestellten Superbootes.  

 

 

Die ganze Liste der Mega- und Superyachten gibt es hier (Link).