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Die reichsten Berliner

Berlin ist die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, Sitz der Bundesregierung, des Bundespräsidenten, des Bundestages, des Bundesrates sowie zahlreicher Bundesministerien und Botschaften. Die Stadt ist mit rund 3,7 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und auch die flächengrößte Gemeinde Deutschlands. Außerdem ist sie die einwohnerstärkste Stadt der Europäischen Union. Mit dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 wuchsen die jahrzehntelang getrennten Stadthälften West- und Ost-Berlin wieder zusammen und die Stadt erhielt seine Rolle als gesamtdeutsche Hauptstadt zurück. 

Zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen in Berlin gehören unter anderem der Tourismus, die Kreativ- und Kulturwirtschaft, die Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft mit Medizintechnik und Pharmaindustrie, die Informations- und Kommunikationstechnologien, die Bau- und Immobilienwirtschaft, der Handel, die Energietechnik sowie die Messe- und Kongresswirtschaft. Berlin zählt zu den aufstrebenden, internationalen Zentren für innovative Unternehmensgründer und gilt als Weltstadt der Kultur, Politik, Medien und Wissenschaften. Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Sportereignisse und Museen Berlins genießen internationalen Ruf und Berlins Architektur, Festivals, Nachtleben und vielfältige Lebensbedingungen sind weltweit bekannt.

 

Auch zahlreiche UHNWIs (Ultra-High-Net-Worth-Individuals = Hochvermögende) haben sich in Berlin niedergelassen. Finden Sie hier ein Ranking der aktuell 10 wohlhabendsten Berliner (Stand: Winter 2020) inklusive Angaben über deren Vermögensherkunft, Investitions- und Beteiligungsgesellschaften, sowie Family Offices.

Das Ranking der zehn reichsten Berliner:

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der Berliner Dom - eines der bekannten Wahrzeichen der Stadt

(1) Friede Springer - Vermögen 4,1 Mrd. €

Friede Springer war die fünfte Ehefrau des Verlegers Axel Springer. Nach dessen Tod im Jahr 1985 erbte sie, zusammen mit den Nachkommen aus Springers früheren Ehen, seine Anteile an dem Verlagshaus Axel Springer, dem nach Bertelsmann zweitgrößten Medienkonzern. Später zahlte sie die Familienmitglieder aus und übernahm so deren Anteile. Im Jahr 2002 setzte Friede Springer Mathias Döpfner als neuen Vorstandsvorsitzenden und Unternehmenschef ein, welchem sie vor kurzem ihren Anteil von rund 4,1 am Konzern verkaufte und ihm zusätzlich rund 15% ihrer Anteile schenkte - dies entspricht einem Wert von ca. 1 Mrd. €. 

Friede Springer ist heute stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des Springer-Konzerns, Vorstand und Gründerin der Friede Springer Stiftung, Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Axel Springer-Stiftung und der Friede-Springer-Herz-Stiftung. 

Für ihr soziales und politisches Engagement, u.a. für ihre Bemühungen um den Wiederaufbau der deutsch-jüdischen Beziehungen, wurde Springer mehrfach ausgezeichnet. Zudem pflegt sie gute Kontakte zu Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie nahm für die CDU beispielsweise an der Wahl des Bundespräsidenten teil. Dem siebenköpfigen Kuratorium der Friede Springer-Stiftung gehört neben Horst Köhler, dem ehemaligen Bundespräsident, auch Joachim Sauer, der Ehemann von Angela Merkel, an. 

Über die Family Offices Friede Springer GmbH & Co. KG, die GION Holding GmbH oder die aptus 1644. GmbH wird das Vermögen verwaltet.

(2) Axel Oberwelland - Vermögen 3,5 Mrd. €

Die August Storck KG ist ein Berliner Süßwarenhersteller, mit mehr als 7.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 3 Mrd. €. Zur Marke Storck gehören unzählige bekannte Produkte, wie Merci, Knoppers, Lachgummi, Super Dickmanns und die Riesen. Axel Oberwelland ist Urgroßenkel des Firmengründers und seit 2003 Geschäftsführer des Konzernes. 

Unter seiner Leitung wurden zahlreiche neue Marken und Geschmacksrichtungen eingeführt und das Unternehmen insgesamt moderner gestaltet. Herr Oberwelland ist nicht nur aktiv in der Geschäftsleitung bei Storck, sondern investiert sein eigenes Vermögen beispielsweise über die TAO Holding GmbH oder die OW Familien Verwaltungs GmbH in Immobilien und Beteiligungen. 

(3) Alexander, Marc und Oliver Samwer - Vermögen 3,0 Mrd. €

Bekannt sind die drei Samwer-Brüder durch ihren im Jahr 2007 gegründeten Konzern Rocket Internet, der mit seinen zahlreichen Unternehmensgründungen, Beteiligungen und aggressiven Expansionen immer wieder für Aufsehen sorgt. Rocket Internet investiert in digitale Unternehmen, gründet neue Startups und lebt von gewinnbringenden Beteiligungen an zahlreichen Firmen. Dazu zählen unter anderem Zalando, Delivery Hero und Home24.

Doch nicht nur im Bereich Beteiligungen und Startups sind die Brüder aktiv, sie investieren ihr Vermögen auch intensiv in Immobilien. Heute hat das Immobilienvermögen einen ebenbürtigen Anteil zum Beteiligungsvermögen erreicht und wird u.a. über die Family Offices Augustus Capital oder Linus Capital investiert, alleine in Berlin über eine Milliarde €. Kürzlich wurde z.B. bekannt, dass die drei gemeinsam mit einer Investorengruppe die denkmalgeschützten Uferhallen in Wedding gekauft haben, deren Marktwert bei 30 Millionen € liegen soll.

 

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Berliner Panorama - das Nikolaiviertel

(4) Klaus Grönke - Vermögen 2,75 Mrd. €

Klaus Grönke übernahm mit seinem damaligen Partner Axel Guttmann die Trigon-Unternehmensgruppe, welche als Bauträger beim Aufbau Berlins und der Neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung tätig war. Sie kauften im großen Stil Grundstücke und Immobilien in Ost-Berlin und der ehemaligen DDR und waren, wie die gesamte Branche, überzeugt von einem grenzenlosen Boom. Als das Unternehmen nach dem Kauf von 27 Interhotels im Jahr 1994 aber in massive Schieflage geriet, häufte es 5-6 Mrd. DM Schulden an. Es kam jedoch zu keiner Insolvenz, da das Unternehmen von der Deutschen Bank, Chefin des Konsortiums der Gläubiger-Institute, gestützt wurde. Den beiden Geschäftsführern gelang die finanzielle Rettung.

Vor allem Axel Guttmann galt als schillernde Persönlichkeit und als einer der exzentrischsten Baulöwen Berlins. Die beiden flogen im eigenen Jet, beteiligten sich am Privatsender 100,6, erklärten ihre private Ferrari-Sammlung in der Nationalgalerie zu zeitgenössischer Kunst und sammelten antike Helme und Ritterrüstungen.

Axel Guttmann starb unerwartet im Jahr 2001, während sein ehemaliger Partner und Geschäftsfreund Klaus Grönke weiter die TRIGON leitete. Heute verwaltet, entwickelt und erschließt man in den Kerngeschäftsbereichen Hotels, Shopping Center, Gewerbe und Wohnen zahlreiche Objekte in der Bundeshauptstadt und darüber hinaus.  

(5 & 6) Familien Becker & Kries - Vermögen einzeln 1,8 Mrd. €

Becker & Kries wurde vor 75 Jahren durch den Architekten Georg Becker und den Bankdirektor Günter Kries gegründet und agiert heute als großer Player der Immobilienwirtschaft. Unter dem Dach einer Familienstiftung vereint die Becker & Kries Unternehmensgruppe heute eine Anzahl von Unternehmen, die den eigenen Immobilienbestand halten und deren Hauptaufgabe darin liegt, dieses Immobilienvermögen zu managen und auszubauen. In der Stiftung sind heute nahezu 30 Destinatäre vereint, zu denen auch u.a. die Mitglieder der Familien Westphal, Schrader, Becker und Kries gehören. 

Heute leben die Erben von einer professionellen Immobilienverwaltung und investieren mittlerweile auch international, z.B. in Vancouver, Kanada. 

Gemeinsam hält hält man ca. 170 Objekte in deutschen Premiumlagen, darunter ein Dutzend auf dem weltberühmten Kurfürstendamm in Berlin, und verwaltet insgesamt rund 4.000 Wohneinheiten, schwerpunktmäßig in Berlin und Umgebung, sowie einen umfangreichen Gewerbeimmobilienbesitz. Die Kommanditgesellschaft hat sich steuersparend in Zossen niedergelassen, da hier eine verminderte Gewerbesteuer fällig wird. 

Über die Nachkommen und heutigen Vertreter der Familien ist leider nichts weiter bekannt. 

Superreiche in Berlin-die vermögendsten berliner
Berlin ist für seine außergewöhnliche Architektur bekannt

(7) Ernst Freiberger - Vermögen 1,5 Mrd. €

Im Jahr 1976 gründete Ernst Freiberger Senior eine kleine Pizzabäckerei in Berlin. Zwanzig Jahre später verkaufte er seine mittlerweile sehr profitable Lebensmittel GmbH & Co. KG an die Südzucker AG. Heute gehört das Unternehmen mit fünf Werken und acht Vertriebsbüros in Europa und in den USA zu den größten europäischen Anbietern von Tiefkühlpizza. Täglich werden dort von rund 2.000 Mitarbeitern bis zu 2,5 Millionen Packungen Tiefkühlpizza, -Pasta und -Baguettes produziert.

Freiberger Senior galt als Autonarr und so gründete er 1990 das EFA-Museum für Deutsche Automobilgeschichte in Amerang. Dort werden, neben museumseigenen Oldtimern, auch Leihgaben der Automobilindustrie, anderer Museen und von Privatsammlern ausgestellt. 

Doch auch für geschickte Immobilieninvestments ist Familie Freiberger bekannt, so erwarb sie beispielsweise die Humboldtmühle in Tegel oder den Spree-Bogen, wo ein Bürogebäude errichtet wurde, welches zeitweise Sitz des Bundesinnenministeriums war.

Außerdem betreibt und entwickelt seine Freiberger Holding heute das Forum an der Museumsinsel in Berlin-Mitte, welches aktuell zu Büroflächen, hochwertigen Wohnungen, Hotel-, Laden-, Gastronomie- und Ausstellungsflächen umgestaltet wird. 

Darüber hinaus betreibt der Sohn Ernst Freiberger heute unter der Medical Park AG dreizehn Fachkliniken und ambulante Gesundheitszentren mit medizinisch-therapeutischen Leistungen zur Rehabilitation und Prävention. 

1994 gründete die Familie die Ernst Freiberger-Stiftung, welche sich sozial und gesellschaftspolitisch engagiert.

(8) Ronald Slabke - Vermögen 1,15 Mrd.€

Ronald Slabke studierte Betriebswirtschaftslehre in Dresden und begann seine berufliche Karriere zunächst als Kundenbetreuer bei der Westdeutschen ImmobilienBank. Mitte 1996 wechselte er als Assistent des Geschäftsführers zu Dr. Klein, einem auf die Wohnungswirtschaft spezialisierten Hypothekenmakler. Drei Jahre später übernahm er die Führung von Dr. Klein und das Unternehmen startete als erster Online-Hypothekenmakler für Privatkunden. Kurz darauf folgte der Zusammenschluss mit Europace zur heute börsennotierten Hypoport AG. Heute ist Ronald Slabke Aufsichtsratsvorsitzender der Europace AG und Vorstandsvorsitzender der Hypoport SE, Aufsichtsratsvorsitzender der FIO Systems AG und Aufsichtsratsvorsitzender der REM CAPITAL AG (beides Tochtergesellschaften der Hypoport SE).

 

Die Hypoport SE ist heute Muttergesellschaft eines Netzwerks von Technologieunternehmen für die Kredit-, Immobilien- und Versicherungswirtschaft. Die Unternehmensgruppe besteht aus vier Segmenten: Kreditplattform, Privatkunden, Immobilien- und Versicherungsplattform. Die Hypoport SE übernimmt als Muttergesellschaft die Aufgaben einer Strategie- und Managementholding mit entsprechenden Zentralfunktionen. Der Umsatz liegt jährlich bei 337 Mio. €. 

Zahlreiche Tochterunternehmen, wie GENOPACE GmbH, die REM CAPITAL AG, die fundingport GmbH, die FINMAS GmbH, die Starpool GmbH, die Qualitypool GmbH bilden bedeutende Segmente der Hypoport, die die gesamte Wertschöpfungskette der Gruppe abdecken. 

(9) Axel und Eric Schweitzer - Vermögen 1,1 Mrd. €

Franz Josef Schweitzer gründete im Jahr 1968 zusammen mit seiner Ehefrau das Berliner Entsorgungs- und Recycling-Unternehmen ALBA. Das kleine Familienunternehmen startete nach der Verabschiedung des ersten deutschen Abfallgesetzes und der von ALBA entwickelten getrennten Wertstofferfassung von Glas, Pappe und Papier durch und wuchs in den folgenden Jahrzehnten zu einem der weltweit führenden Recycling- und Umweltdienstleister sowie Rohstoffversorger.

Sohn Axel Schweitzer arbeitete zunächst promotionsbegleitend bei einem Schweizer Unternehmen und wechselte später direkt in den Vorstand des Familienunternehmens. Als der Vater und Gründer im Jahr 1998 starb, führten Axel und sein Bruder Eric Schweitzer das Unternehmen weiter. Die beiden machten aus ALBA und Interseroh (ein zu ALBA gehörendes Dienstleistungsunternehmen) die Dachmarke ALBA Group plc & Co. KG, die mit rund 200 weltweiten Tochter- und Beteiligungsunternehmen und mit knapp 9.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,2 Milliarden € erwirtschaftet.

Axel Schweitzer ist außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrates der ALBA BERLIN Basketball GmbH, einem von ALBA gegründeten deutschen Basketballvereins, der mittlerweile der mitgliederstärkste Basketballverein in Deutschland ist und durchgehend seit der Gründung in der Basketball-Bundesliga (BBL) spielt. Weiter engagiert sich Axel Schweitzer sozial, z.B. mit dem Verein KINDerLEBEN, welcher sich um krebskranke Kinder kümmert.

Sein Bruder Eric Schweitzer lebte zunächst in den USA. Nach seiner Rückkehr nach Berlin wurde er Mitglied der Geschäftsleitung von ALBA und war in dieser Position insbesondere für die Aktivitäten in den neuen Bundesländern zuständig. Einige Jahre später wurde auch er Vorstandsmitglied. Weiter ist Eric Schweitzer Vorsitzender des Kuratoriums der Friede Springer Stiftung und seit 2017 Mitglied des Stiftungsrates der Carl-Zeiss-Stiftung.

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das Brandenburger Tor - Wahrzeichen der Stadt

(10) Familie Dussmann - Vermögen 1 Mrd. €

Familie Dussmann ist vor allem durch das Berliner KulturKaufhaus in der Friedrichstraße bekannt. Als Multidienstleister beschäftigt die Dussmann-Gruppe 63.500 Mitarbeiter in 167 Ländern. Das Unternehmen betreibt Pflegeeinrichtungen, bietet Gebäude-Dienstleistungen, Catering und Sicherheitsdienste an. Unternehmensgründer Peter Dussmann verstarb im Jahr 2013 und gehörte bis dato zu den wichtigsten Mäzenen im Berliner Kulturleben.

Da Peter Dussmann schon Jahre vor seinem Tod einen schweren Schlaganfall erlitt und berufsunfähig wurde, trat seine zweite Ehefrau Catherine von Fürstenberg-Dussmann in den Aufsichtsrat der Dussmann-Gruppe ein. Im Jahr 2009 übernahm sie dann die Leitung des Aufsichtsrats. Zu Anfang des Jahres 2011 bildete sie die Konzernspitze um: An Stelle des Aufsichtsrats trat ein Stiftungsrat in Berlin, dessen Leitung sie seither inne hat. Nach seinem Tod Peter Dussmanns brach ein Erbschaftsstreit zwischen seiner Witwe und seiner einzigen Tochter Angela aus, welche nicht unternehmerisch im Familienunternehmen tätig ist. 

Als Unternehmerin engagiert sich Catherine von Fürstenberg-Dussmann für die Förderung von Frauen in Führungspositionen und widmet sich dem Thema der Kinderbetreuung. Im Sommer 2011 eröffnete sie den ersten Kulturkindergarten dieser Art am Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn. Ihre Freizeit verbringt sie auf dem Familienanwesen in Süddeutschland.

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